impotente Proteste - Protest per Überweisung
proteste sähe es, was den Absatz an Jimi-Hendrix-Postern angeht,
wahrscheinlich schon erheblich besser aus. Das Problem wäre aber
wahrscheinlich anders gelagert.
Die Studenten kämen wahrscheinlich noch zu den Protesten zu spät oder
würden lieber eine Hausarbeit darüber schreiben
Nein, Scherz beiseite. Die Kölner haben sich schon ordentlich ins
Zeug gelegt.
Man kann aber kaum noch protestieren, wenn alles erlaubt ist. Durch
ein paar laute Trillerpfeifen und nackte und bemalte Studenten werden
halt keine Existenzen bedroht. Was aussieht, wie die Love-Parade oder
der Christopher-Street-Day, wird auch als solches gewertet, denn
jener hat man den Titel der politischen Veranstaltung ebenso
anerkannt.
Da freut man sich doch auf den Rektorenposten glatt, den Studentinnen
das letzte Hemd geraubt zu haben, so dass diese nun ganz freizügig
ihre natürlichen Reize preisgeben. Da wird mehr Hilflosigkeit als
Unmut zur Schau getragen.
Die Vernunft kann nichts als reden. Von der deutschen Protestkultur
ist nichts übriggeblieben als die freiheitlich, freizügig gepiercte
Version der Ostermärsche.
Und das alles nur in kleinen Gruppen. Da werden Tore blockiert,
Rektorate besetzt. Und dann kommt die Staatsgewalt, räumt das Feld
und wenn dann jemand ungehalten wird, dann ist die Welt entrüstet.
Sanktionen der Verachtung, schmähend herabgelassen von den Wächtern
der Friedlichkeit.
Es war klar nach dieser nüchternen Einsicht, dass man als
christliches Osterlamm keine konsequenten Handlungen stoppen wird,
nun die Notwendigkeit von “echtem” Protest beschwört. Aber es ist
jetzt schon klar, wer den längeren Atem hat und wer sich freut, dass
die Unis bald nicht mehr so voll mit diesen ahnungslosen
Grünschnäbeln sind, die einen mit ihren Lehrveranstaltungen nur von
der eigentlichen Arbeit abhalten.
Schade drum.
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