Besitzstandswahrung? - Die Proteste in Frankreich halten an
Man kann sich des Verdachts nicht erwehren, dass es beim Streik um
Besitzstandswahrung der Inhaber von Arbeitsstellen geht und nicht um
die Interessen der beinahe 25% arbeitslosen Jugendlichen. Was soll
denn ein Staat tun, wenn sich unter den aktuellen gesetzlichen
Rahmenbedingungen eine solche hohe Zahl von Arbeitslosigkeit unter
Jugendlichen entwickelt? Eine gewisse Liberalisierung des
Arbeitsmarktes ist die einzige Lösung, die sich bietet. Ein
Festhalten am Status Quo ist zynisch, denn von alleine geht die Zahl
nicht herunter. (Die Arbeitslosigkeit der ausländischen Jugendlichen
und der der 2. Generation ist noch um einiges höher).
Man sollte sich vor Augen halten, dass beinahe 90% aller Firmen und
Unternehmen weniger als 100 Angestellte haben. Dieses sind es, die
die Wirtschaftskraft des Landes darstellen. Firmen stellen nicht
Leute an, um sie sobald als möglich wieder zu entlassen. (Eine
Anstellung ist immer auch eine Investition und eine Entlassung ist
immer auch eine Abschreibung.)
Eine Liberalisierung (man hätte sie klüger anpacken können in F)
erleichtert zwar einerseits Entlassungen, führt aber auch zu
vermehrter Anstellung. Es ist ja nicht so, dass eine Entlassung nicht
durch die Arbeitslosenversicherung abgefedert wird.
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