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Wirkung - Die Proteste in Frankreich halten an

17 März, 2008 (17:01) | Allgemein

> > bessere Arbeit hast. Seit wann ist eine Jobgarantie mit dem Abschluss
> > eines Studiums gegeben?
>
> Glaubst Du, das meinte ich?
Was denn sonst? Nenne es doch!
> Wenn ich aber als Einsteiger im Regelfall
> zu erwarten habe, alle 2 Jahre meinen Job zu wechseln, in der
Du könntest auch krank werden, einen Unfall haben…
> Hoffnung nicht zwischendurch auch noch ganz rauszufallen, dann ist
> das für mich keine sonderlich “sichere” Zukunft, auf dessen Basis ich
> eine realistische Lebensplanung bauen könnte.
Du hast offensichtlich wenig Selbstvertrauen. Die Basis ist Deine
Ausbildung, Dein Arbeitswille, Dein Einsatz.
> Und? Läßt das den Schluß zu, dass der Kündigungsschutz für die
> Arbeitslosigkeit verantwortlich ist?
So kann man das nicht sagen. Aber es ist wohl unwidersprochen, dass
der Kündigungsschutz Einstellungen erschwert.
> Nein, er hat sie nur nicht
> verhindern können, die Ursachen sind andere.
Sind _auch_ andere. Du willst doch nicht behaupten, dass die
Aufhebung des KS die AL-Quote erhöht?
> Warum sollte also das
> Schrauben an einer offensichtlich auf das Problem einflußlosen Größe
> Linderung verschaffen?
Das ist Deine Behauptung. Wieso wirst Du nicht Wirtschafts- und
Arbeitsmarktexperte, wenn Du alles so genau weisst? Dann hättest Du
sicher einen Job.
> Und Du glaubst, die Politik ist völlig unabhängig von Einfluss aus
> der Unternehmens-Liga?
Nein, im Gegenteil. Der Einfluss ist zu hoch. Es wäre am Wähler,
andere Politiker zu wählen. Aber schau auf Deutschland und wie sie
alle ihren Obermackern hinterherhecheln. Schröder die Pfeife, war
sehr beliebt. (Nun klagt er gegen Westerwelle, weil ihm dieser seine
Bigotterie vorhält).
> > Es war *trotz* Kündigungsschutz. Und was kann man daraus folgern?
>
> s.o.: Kündigungsschutz ist weder Ursache für Arbeitslosigkeit, noch
> konnte er sie verhindern,
Was heisst hier s.o. Du behauptest das einfach. Ich verweise auf
Länder mit liberalerer Gesetzgebung und ihre niedrigere AL.
> d.h. daran herumzu”reformieren” ist Blödsinn.
Du hast keine Alternativen zu bieten, die auch innert nützlicher Zeit
greifen. Der Ruf nach Systemumturz ist sinnlos.
> Wenn es mir im Winter zu warm in meiner Bude ist, öffne ich
> auch nicht das Fenster und die Kühlschranktür, sondern dreh einfach
> die Heizung runter.
Das Öffnen der Kühlschranktür würde Dir auch nicht helfen, denn
hinten heizt er, was er innen kühlt. Aber solche einfache Metaphern
sind für eine sachgerechte Auseinandersetzung mit dem Thema nicht
dienlich.
> selber (mein Studium ist selbstfinanziert). Aber diese individuellen
> Entscheidungen/Lebensweisen von uns beiden, haben nichts mit der
> gesellschaftlichen Prämisse zu tun, volkswirtschaftliche Leistung via
> Lohnarbeit zu verteilen, was schlicht nicht mehr angemessen ist.
Es gibt keine andere Lösung.
> LOL - klar sicher, aber der Anteil der Besitzstände, der dieser
> verschwindend kleine Anteil für sich beansprucht, ist alles andere
> als klein und er wächst und wächst und wächst, während am anderen
> Ende ide BEsitzstände schrumpfen, obwohl insgesamt die Besitzstände
> steigen. Erkennst Du den Fehler?
Dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden hat
nichts mit dem Problem Jugendarbeitslosigkeit zu tun.
> Nur wenn es bei Empörung bleibt.
Also wenn ich so die TP-Foren lese und auch dieser dumme Streik von
ver.di in D, dann bleibt es doch meist dabei.
> Das Problem ist aber, dass Geld
> Macht ist und Einfluß auf öffentliche Meinung und Politik ermöglicht.
Es gibt aber auch andere Formen von Einflussgewinnung. (s. Werdegang
Grüne Partei)
> Wenn man sich dann noch genauer mit dem inhaltlichen Zustandekommen
> der GATT- oder Maastrichter Verträge oder der ein oder anderen
> EU-Richtlinie beschäftigt, dann geht einem ein Licht auf.
Ich denke, Du überschätzt Dich masslos.
> > > mit
> > > üblen, langfristigen Folgen, die auch die “Besitzstandvermehrer”
> > > spüren werden.
> >
> > Die da wären? Krieg? Hungersnöte o.a.dgl.?
>
> Binnenkonjunktur im Arsch? Staatskassen leer -> schlechtere Bildung,
> schlechtere Infrastruktur, schlechtere Gesundheitsversorgung etc.?
Und daran sind alleine die Reichen und die Grossunternehmer schuld?
> Steigung der Kriminalität? Destabilisierung des sozialen Friedens?
> Ja, und global auch Krieg.
Was nützte das den Reichen und den Grossunternehmen?
> > http://www.manager-magazin.de/unternehmen/mittelstand/0,2828,344131,00.html
> >
> > “Deutsche Konzerne leiden unter der Steuerlast, klagt der BDI.”
> >
> > Singst Du nun im Chor der Grossindustrie?
>
> Dass Du immer noch nicht mitbekommen hast, dass ich ein Solist bin.
Ich habe hier nun mehrfach dargelegt, dass der allergrösste Teil der
Wirtschaftsleistung durch KMUs (mit weniger als 100 Angestellten)
erbracht wird und Du antwortest mit einer Aussage des BDI.
> Nun ja, der Artikel zeigt das ökonomisch-politische Hauptdilemma
> Deutschlands auf: Steuern. Lohnt sich zu lesen und der BDI vertritt
> zwar fast nur die Interessen der, ist aber nicht die Grossindustrie.
Ich weiss um die Zusammenhänge, sie sind lange bekannt. Meine Antwort
ist: Abbau staatlicher Regelungen, Verminderung der Bürokratie,
Abschaffung oder Begrenzung der Innungen, Abbau des
Kündigungsschutzes, Abbau der Subventionen (mit den sinnlosen
anfangen), … Es ist genug Geld da, es wird vielfach einfach
verschwendet.
> > > Das Problem sind weniger die Ausgaben vom Sozialstaat, sondern die
> > > generelle Finanzierung.
> >
> > Das ist gehupft wie gesprungen.
>
> Wie bitte? Wenn ich einen Sozialstaat wie einst finanzieren kann,
> sind auch die Ausgaben völlig OK.
Kannst Du aber nicht. Es sollte auch Dir mittlerweilen zugekommen
sein, dass sich so die Renten nicht mehr zahlen lassen. Ist es bspw.
so schlimm, eins, zwei Jahre länger zu arbeiten (zugleich ist die
Lebenserwartung massiv gestiegen).
> Wenn die Finanzierung aber auf
> Grund der gesellschaftlichen Verhältnisse so nicht mehr funktioniert,
Als Bismarck das Rentensystem einführte, war die Lebenserwartung
ungefähr so hoch wie das Rentenalter. Wäre das o.k. für Dich?
> spare ich an den Ausgaben, verschlechter also die staatlichen
> Leistungen und die Lebenssituation von Mio. von Bürgern
Die Deutschen hängen zu Millionen am staatlichen Topf?
>, anstatt die
> Finanzierung anzupassen?
Tönt gut, heisst aber nichts anderes, als die Abgabelast zu erhöhen.
> Warum das Pferd von hinten aufzäumen? Wenn
> wenigstens beides gemacht würde…
Du siehst an den aktuellen Streiks und Protesten, dass nicht einmal
kleine Dinge geändert werden können, ohne das gleich der grosse
Aufschrei folgt.
> Das ist ja, was mich so stört. Was “Reform” genannt wird, ist keine
> “Reform”, sondern eine Herumdokterei am Bestehenden, ohne etwas
> grundlegendes zu verändern, vor allem nicht an den Problemursachen.
Die Regierungen haben mittlerweile Angst vor jeder Reform, da sofort
der politische Gegner dies populistisch für den eigenen Stimmengewinn
ausschlachtet und auch vor Lügen und Demagogie nicht zurückschreckt.
> > Geiz-ist-geil-Mentalität vielen kleineren (und unabhängigen) Läden
> > und Handwerker den Garaus gemacht hat.
>
> Da sind wir uns einig. Das zu erkennen wäre dann der nächste Schritt,
> den ich für mich gehe, soweit ich kann.
Gut. Leider sind aber viele sich selbst am nächsten. Ich habe schon
Stimmen aus D gehört, die meinten, es müsse den Deutschen erst mal
wieder richtig dreckig gehen, damit sie wieder zueinander finden und
bereit für _gemeinsame_ Anstrengungen sind. Heute ist es Mode, dass
jeder mit dem Finger immer auf den Anderen zeigt.
> > > Abgesehen davon: Reform ist ja völlig OK, ich bin sogar für viel
> > > weitreichendere Reformen, als sich die meisten Politiker auch nur
> > > anzudenken wagen. Das Problem ist bloß, dass diese “Liberalisierung”
> > > keine echte Reform, sondern eine Verschlimmbesserung der
> > > Problemursachen darstellt.
> >
> > Und was sind die Ursachen des Problems? Was hindert ein Unternehmen
> > mit 10 Angestellten, einen 11. anzustellen, wenn es Bedarf hätte?
> > Versuche einmal aus der Sicht des Kleinunternehmers zu denken.
>
> Im Einzelfall magst Du recht haben und Kompromisse kann man
> eingehen.
Der “Einzelfall” betrifft einen grösseren Teil der Unternehmen.
> Ich finde z.B. das Gesetz in Deutschland, dass man nach 2
> Jahren befristeter Arbeit in einem Unternehmen das Recht auf eine
> Festanstellung hat, total bescheuert (betrifft mich übrigens direkt).
> Aber die Möglichkeit vor Ablauf solcher Verträge jemanden *ohne
> Grund* feuern zu können, finde ich mind. genauso bescheuert.
Das ganze ist bescheuert und das Resultat ist wieder nur eine noch
grössere Bürokratie. Macht es so wie die Schweiz und ihr werdet
sehen, wie einfach es ginge.
> Das Problem der Arbeitslosigkeit aus KMU ist aber weniger der
> Kündigungsschutz, sondern vor allem die steuerliche Belastung
Es ist sicher beides.
> (Deutschland) und der Wegfall von regionaler Wirtschaft. Warst Du mal
> in Ostdeutschland? Am Stadtrand die dicken Konsumtempel der großen
> Marken, in der Innenstadt nicht mal mehr ein Metzger…
Das Problem Ostdeutschland ist ein anderes (aber auch typisch
deutsch, wer anders hätte ein totalitäres System so unterwürfig
gegenüber den Sowjets gestalten können, als die Deutschen?)
> verschärfen. Gegen “Reformvorschläge” zu sein, heißt ja nicht,
> generell reformunwillig zu sein. Aber wenn der Vorschlag scheiße
> ist…
Welcher Vorschlag war eigentlich nicht Scheisse, wenn man auf die
Echos abstellt? Deutschland krankt am Symptom Besserwisserei und
einer ziemlich verfahrenen Lage der politischen Kräfte inkl. der
Gewerkschaften.

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